Dienstag, 23. Januar 2018

Propagandastickeralbum zur Schädlingsbekämpfung


 In meinem Flur gibt es jetzt eine kleine Propagandazentrale zur Schädlingsbekämpfung. Endlich einen Ort, an dem ich die Propagandaaufkleber aufbewahren kann und nicht ständig vergesse, neue in die Tasche zu packen. Direkt neben der Wohnungstür. Natürlich alles selbstgemacht. Wie? so:


 Supersimpel sind die Grundzutaten. Graupappe, Mausefallen, Kleber in allen erdenklichen Variationen. Statt Mausefallen gehen natürlich auch Wäscheklammern, aber das wäre ja nicht so lustig. Außerdem geht es ja um Schädlingsbekämpfung. Zu nichts anderem sollte man diese Fallen nutzen.


 Mit Hilfe des Sprühklebers habe ich die Graupappe mit weißem Papier bespannt. Die Mausefallen habe ich anschließend mit der Heißklebepistole draufgeklebt. Hält super!


  Die Propagandaüberschrift nochmals auf Tonpapier gekritzelt, auschneiden, aufkleben, Aufhängung anbringen, fertig.


 Ich bin ja der festen Überzeugung, dass solche Klebedinger den ein oder anderen Menschen auf den Straßen mal gedanklich stolpern lassen. Das kann ja sehr hilfreich sein.


 Den höchsten Verbrauch habe ich immer an Nazipropagandaüberklebeaufklebern. Da kann mensch selbst in Hamburg niemals genug in der Tasche mit sich rumschleifen. Erschreckend bisweilen. Solange ich die noch brauche, klebe ich auch gerne noch alle anderen Botschaften in der Landschaft rum. Mein neues Lieblingsmotiv ist der Antifant, der den Faschismus wegrüsselt. Denn Faschismus ist ja so ungefähr das Hauptproblem. Kapitalismus natürlich auch, ähm ja. 


 Mit den Lieblingsmenschen bin ich da auch immer in freudigem Austausch, was diese Aufkleber angeht. Ist wie in der Grundschule auf dem Schulhof, nur dass wir halt keine Stickeralben mehr haben. Wahlweise ist das hier mein neues Stickeralbum aber cool bis zum Anschlag. Ist ja alles ganz harmlos. Mir fehlen irgendwie noch so ein paar Proinklusionsaufkleber. Das ist ja so nen Ding in der "Szene", das mir echt fehlt. Aber mal wieder politisch gehandarbeitet, Politik in meinen privaten(!!!) vier Wänden undsoweiterundsofort. Geht in die Politisierungssammlung. Öfter mal eine kleben. Vor allem den Schädlingen, die uns an Solidarität, Freiheit und die schönen Dinge des Lebens wollen. Einige der Aufkleber stammen mal wieder von den fabelhaften Menschen von roots of compassion. Die bezahlen mich nicht dafür, dass ich das hier erwähne, ich finde die einfach so knorke. Von Propagandafalle möchte ich hier nichts hören. Heute noch in der Dienstagssammlung.

Montag, 22. Januar 2018

Fischmarkt im Winter


 Sonntags ist in Hamburg Fischmarkt. Nicht, dass es nicht sonst auch genügend Märkte in Hamburg geben würde, aber Fischmarkt ist halt schon besonders. Auch wenn man schon einige Jahre hier wohnt. Wenn man mal wieder so ein paar richtig dummlustige Sprüche hören möchte, ist mensch immer gut damit beraten, sich da mal rumzutreiben. Die Sprüche gibt es dann im Schlagabtausch zwischen den Menschen, die Krempel verkaufen wollen vor allem mit denen, die ordentlich betankt von der Kiezfeierei kommen. Immer wieder ganz großes Kino. Alleine dafür lohnt sich das frühe Aufstehen IMMER. Im Frühling und Sommer ist es total leicht so früh aus dem Bett zu kommen. Aber bei kalt, dunkel und Nebel? Hatte auch was. Dabei ist mir aufgefallen, wie selten ich in letzter Zeit mit Kamera draußen unterwegs bin. Sollte ich mal wieder öfter machen, auch wenn es dunkel, grau, matshcig, nebelig oder sonstwas ist. Für mehr Realität. Hamburg ist ja nunmal nicht gerade für seine vielen Sonnenstunden bekannt, aber trotzdem so oft so zauberhaft.






 Der Boden war gestern gut gesalzen. Die Elektrolyte nach dem Saufen nicht vergessen, nech? Natürlich kann mensch auf dem Fischmarkt haufenweise Scheiß kaufen. Die Obst und Gemüsepreise sind allerdings unschlagbar. Als vegan lebender Mensch muss man eben ein bisschen Fischgeruch wegstecken können. Der Kiez riecht nach einer Partynacht aber weit schlimmer.





 Im Winter ist der ganze Spaß auch nicht so überlaufen und ich hatte ein bisschen den Eindruck, dass die Menschen, die sich bei der Witterung gestern auf den Fischmarkt trauten, echt hartgesottener waren. Auch in Punkto Humor. Schon lange nicht mehr so viel offen gelacht und in mich leise hineingekichert. Sozialstudien auf dem Fischmarkt. Bestes!


 Natürlich kam der Obstkorb für 10€ wieder mit. Reicht bei mir dann für ne halbe Woche. Nomm!

Sonntag, 21. Januar 2018

7 Sachen # 3. 18

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe


1. Getragen: Ein handliches Obstkörbchen vom Fischmarkt nach hause. Mal die senile Bettflucht (Zitat Frau Postriot) genutzt.


2. Getrunken: Beidhändig, um wieder aufzutauen. Dazu Lektüre.


3. Geigelt: Ein bisschen und zu neuen Erkenntnissen gelangt.


4. Geschnitzt: Knopflöcher.


5. Gefaltet: Wäsche. Muss ja alles seine Ordnung haben.


6. Gegabelt: Kuchenreste von gestern.


7: Geprobiert: Ein neues Kleidungsstück kurz vor endgültiger Fertigstellung. Passt! Puh.
Habt eine gute Woche!

Samstag, 20. Januar 2018

Samstagskaffee und Netzfunde # 3. 18


 Swoosh! Schon wieder Samstag! Wahnsinn, wie die Zeit rennt. Vergangene Woche hatte ich mal wieder ordentlich was zu tun. Der Schnee stand mir zwischenzeitlich knöchelhoch in den Schuhen, was mich zwang, barfuß zu unterrichten, weil das weniger kalt war. Über Schnee in Kombination mit Schule muss ich wohl sonst nicht mehr viel sagen. Viel gefroren, viel durch die Gegend gerannt, viel konferiert, gefühlt nur ein bisschen unterrichtet. Sonst war nichts los. Voll das langweilige Leben und so. Aber heute ist Nadelkränzchensamstag! Yay!

 Netzfunde, hier:   

 Die Identitär*n haben die krude Idee verbreitet, in ihren eigenen Reihen die Vormundschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu übernehmen. Da kam mir ein bisschen (sehr) die Kotze hoch....

 An mir geht ja irgendwie in letzter Zeit, doch öfter mal was vorbei. Diese Meldung ist schon älter, erfreut mich aber auch zu späterem Zeitpunkt noch sehr: Der N*ziklamottenladen in Hamburg macht seine Pforten dicht. Sehr gut. Ein weiteres Zeichen dafür, dass sich aufstehen lohnt.

 Ja, den jungen Menschen geht es nicht besser als den Frauen*: Sie werden belächelt. Ich habe die Sendung nicht gesehen, doch diese Zusammenfassung der Ereignisse erinnerten mich an Zeiten, als ich als Vertreterin der Jugend auf diversen Diskussionspodien saß. Und das ist schon Jahre her.... Nichts hat sich geändert... 

Hat sich denn für Frauen* was geändert? Diese verdrehte Fotoserie über alte Werbung lädt zum Schütteln ein. 

 Kuhmilch ist ja sowas von PFÜÄ!!! Ich kann sie ja nichtmal mehr riechen. Dieses Wochenende gibt es die Dokumentation "Das System Milch" hier in der Mediathek. Mehr Argumente braucht es nicht oder? Der Regenwald wird jedenfalls nicht für die Vanillesojamilch abgeholzt, die ich mir täglich in den Kaffee schütte. Jaja, dutzidu, die armen Milchlandwirtschaftsmenschen. Pffffff.

 "In meiner Arbeit geht es darum Brücken zu bauen. Zwischen einzelnen Menschen und Menschengruppen. Aber auch darum, sich selbst und andere zu empowern. Eine Geschichte zu teilen, bedeutet eine Stimme zu haben. Viele haben diese nicht oder wissen nicht, wie sie diese nutzen können. Ich versuche ihnen diese mit meinen Comics zu geben." (Zitat ebd.). Und was das für fabelhafte Comics sind...

 
 Heute ist Nadelkränzchensamstag. Gerüchteweise wird es klassisch. Antje und Frau Postriot haben sich angekündigt. Meine Nadelprojekte liegen in Haufen parat. Unter anderem muss dringend gepatched werden. Ich bin gespannt, was die Gesprächsthemen werden. Ich hätte da ja das eine oder andere auf dem Zettel. Andererseits haben wir uns wirklich lange nicht gesehen. Gibt bestimmt einigen Klatsch und Tratsch. Kuchen und Kaffee und Tee sind zur Untermalung vorhanden. Jetzt noch bei Andrea vorbei. Habt ein schönes Wochenende!

Freitag, 19. Januar 2018

Birkenliebe auf Papier


 Birkenliebe, einmal mehr. Anders als hier. Von diesen Bäumen kann ich nicht genug bekommen. Und warum nicht einfach mal versuchen auf Papier zu bannen?


 Übung wird vielleicht irgendwann nochmal eine Meisterin aus mir machen. Bis dahin habe ich einfach mal Spaß an der Sache und lasse das mit dem Bewerten sein. Bringt mich eh nicht weiter. Freitag!

Donnerstag, 18. Januar 2018

Musikdonnerstag: Die ultimative Lobhudelei auf FEINE SAHNE FISCHFILET


  Und schon wieder bin ich bei so einem Blogbeitrag gelandet, zu dem mir irgendwie einfach die Worte fehlen. Weil das ganze Ding mir einfach so riesig groß erscheint. Da sitze ich abends in meiner Küche und aus den Boxen schallen FEINE SAHNE FISCHFILET. Das neue Album "Sturm & Dreck" ist seit vergangenem Freitag erhältlich. Mein Review stand schon einige Tage vorher bei allschools.de parat und auch da, war es schwierig. Verrisse schreiben ist furchtbar einfach, aber ultimative Lobhudeleien zu verfassen soso schwer. Ich möchte heute FEINE SAHNE FISCHFILET hier gerne lobhudeln bis zum Anschlag hinten gegen und am liebsten noch viel weiter. Warum? Das neue Album ist fantastisch! Bei allschools.de konnte ich da zehn von zehn möglichen Punkten und ein Herz vergeben und das passt immer noch nicht. Denn diese Band ist so viel mehr als fantastische Musik, die es so sehr braucht in allen Ohren, Gehörgängen und Herzen.


 Der Beutel ist zu klein, um all das reinzupacken, was sie mit ihrem Ding so reißen. Ständig auf der Straße, sei es im Tourbus oder auf Demonstrationen, Aktionen und weiß der Geier noch was. Große Bühnen in Hallen, auf Festivals, kleine Bühnen in Juzis (Jugendzentren). Demos gegen Rechts, Festivals gegen Rechts, Flüchtlingshilfe. Immer dabei eine ordentliche Portion politischen Aktionismus (natürlich) UND Spaß in den Backen. Sie reißen sich den Arsch auf. dabei Humor und Hass an den richtigen Stellen. Emotionen sind politisch. Mobilisieren durch Musik. Für Antifaschismus, Solidarität, Freundschaft, Zusammenhalt. Mal nachdenklich, mal wütend, mal partytauglich. Ein alter Hut, aber doch so wirkungsvoll. Auf den Konzerten geht es immer darum, die Haltung von vor der Bühne auch auf die Straße und in die Gesellschaft zu tragen. Daran erinnern FEINE SAHNE FISCHFILET auf jedes Mal. Hausaufgaben quasi. Das ist kein Ausverkauf des Punk, das ist der richtige Weg. Und sie bleiben dabei. Rotzig, aktiv, versoffen, klug und laut. Vorbild vom Feinsten. Dabei erreichen sie viele Menschen. Mit Punkrock, der auch musikalisch immer besser, immer feiner wird.


 "In der Rezipientenforschung würde man dann auch sehr schnell feststellen, dass Menschen ihre Identität über die Musik ausdrücken wollen und dabei wollen sie sich natürlich so individuell wie möglich darstellen, sprich eine Musik hören, die sonst keiner hört. Bloß doof, dass es scheinbar abfärbt und sich an einem gewissen Punkt umkehrt. Auf einmal hören es viele und du bist schon wieder uncool, weil Mainstream und so.", das stammt aus einem Interview, dass ich vor einigen Jahren mal mit ihnen geführt habe. Bleibt zu hoffen, dass FEINE SAHNE FISCHFILET niemals zu dieser "Uncool-Gruppe" zählen werden. Dafür braucht man ihre Inhalte viel zu sehr. Wenn diese Inhalte der neue Mainstream sind, dann ist das doch mehr als begrüßenswert. Dann bin ich hiermit auch gerne uncool. Und auf dem ausverkauften Konzert in Hamburg bin ich dann auch zugegen. So von wegen Barista, Barista, Antifascista! Support! Bis hinten gegen und immer wieder gerne.

 In diversen Samstagskaffeebeiträgen habe ich FEINE SAHNE FISCHFILET ja auch schon link(!!!)technisch abgefeiert. Hier nochmals eine kleine Zusammenfassung: