Dienstag, 25. April 2017

Revolution starts in the kitchen


 Partys enden meistens in der Küche. Aus gutem Grund. Revolutionen starten in Küchen. Meistens. Früher stand dort die Wärmequelle, heute der Kühlschrank. Vermutlich war früher sie Küche auch der einzige Raum einer Wohnstätte. Als die Frau sich vom Herd weg und in die Welt hineinbewegte, begann der feministische Kampf. Die Küche ist in studentischen WGs der zentrale Treffpunkt. War zumindest bei meinen WGs so. Für ein Wohnzimmer fehlte uns schlicht das Geld. Auch hier wurden und werden Pläne für so allerlei geschmiedet.


 Man kann die Küche dann auch mal mit ein bisschen Kampfsymbolik schmücken. Finde ich. Wenn man alltäglich genutzt Dinge mit bestimmten und wichtigen Inhalten verknüpft, vergisst man diese nicht so schnell. Meine Küche wird nun ein wenig überschwemmt. Nach dem ersten Stickbild und nachdem ich für Frau Postriot schonmal Grubentücher bestickt hatte, wollte ich auch welche haben.


 Da ich keine Spülmaschine besitze, kommen Geschirrtücher bei mir oft zum Einsatz. Passt doch. Die blauen bleiben bei mir. Ich habe tatsächlich noch mehr, aber mit anderen Motiven bestickt. Die zeige ich dann aber in entsprechendem inhaltlichem Zusammenhang. Bis dahin erinnern mich diese Tücher daran, öfter mal hinterm Ofen hervorzukommen. Oder wenigstens eine ordentliche Portion Revoluzzergemüsesuppe zu kochen.


   Die Roten allerdings habe ich Antje zum Geburtstag samt Waffe geschenkt. Die Waffe gab es dazu, da sie mein Exemplar so sehr abgefeiert hat, als sie mal bei mir gekocht hat. Besorgt habe ich fast alles im Museumshop der Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen. Echte Originale eben. Manchmal muss man auch was kaufen. Das alles darf heute noch in der Dienstagssammlung an die wichtigen Dinge im Leben erinnern. Revolution starts in the kitchen!!!

Sonntag, 23. April 2017

7 Sachen # 15. 17

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe


1. Genäht: Viele bunte Schmetterlinge aneinander.


2. Gepuhlt: Gardinenröllchen raus.


3. Getragen: Kartons vom Dachboden in die Wohnung. Nein, ich ziehe nicht um, ich streiche meine Wohnung und musste ein paar Sachen aus dem Weg schaffen.


4. Gepackt: Aktenordner mit unfassbar vielen Unterrichtsvorbereitungen in die Kartons. Ich bin so eine Lehrerin, die auf (fast) alles vorbereitet ist. Muss nur an den Schrank gehen.


5. Gestaubt: Fachliteratur ab. Mal sehen, wann mir endlich ein Referendariatsmensch über den Weg läuft, dem ich meine Hilpert Meyer Trilogie vor die Füße werfen kann.


6. Gestäubt: Puderzucker auf das Sonntagssüß.


7. Geklebt: Ab. Morgen kann die Matscherei losgehen. Für heute ist Feierabend. Ich wünsche eine angenehme Woche!

Samstag, 22. April 2017

Samstagskaffee, Netzfunde # 12 und Vorfreude


 Ach, was für eine Woche. Sie war kurz aber höchstaktiv und das Wochende geht genau so weiter. Ich habe angefangen mit dem Projekt "Wohung streichen, ausmisten, säubern, aufräumen". Eigentlich wollte ich da ziemlich kurzen Prozess machen und bin auch äußerst schwungvoll gestartet, aber dann kamen andere- tatsächlich berufliche- Dinge dazwischen. Mir könnte ja langweilig werden. Zudem glaubt man kaum, was so neun Stunden Powerausräumenstreichenputzen für einen Muskelkater machen können. Mit Küche, Bad und Klo bin ich durch. Fehlen noch die anderen 34897 Räume meines Schlosses. Haha! Viel bin ich darum nicht durchs Netz gedüst, aber bevor hier spannende Dinge unter den Tisch fallen, meine Funde:

 Fange ich mit den netten Sachen an. Ein bisschen witziges Gesticke gibt es hier

 Ich gratuliere an dieser Stelle meinem geliebten allschools.de zum 20sten Geburtstag. Wahnsinn! Und wie krass. Es kommt mir so vor, als sei es erst gestern gewesen, dass wir im Kölner Underground den 15ten gefeiert haben. Bestes DIY im Zusammenhang mit Musik, so viele engagierte Menschen! Danke, dass ich seit acht Jahren dabei sein darf und dank euch viel erleben durfte.

 Bei kleinerdrei wurde über Drohneneinsatz in aktuellen Kriegen berichtet. Besonders spannend im Zusammenhang mit dem Buch "Wer den Wind sät", das ich gerade lese. Und unfassbar gruselig. Früher habe ich ja immer gesagt: "Jeder Mensch, der eine Waffe bedienen kann, ist ein potentieller Mörder." Heute kann man das wohl auf den Joystick herunterbrechen...

 Maddie von Dariadaria hat mal wieder mahnend den Zeigefinger in Richtung Klamottenkonsum erhoben. Ziemlich gut und mit konkreten Handlungsanweisungen und mit dem Hinweis darauf, dass nicht alles grün ist, wo grün draufsteht. Augen auf beim Shoppen!

 "Es reicht nicht, kluge Texte im Netz zu veröffentlichen und sauber zu recherchieren. Konkrete Solidarität ist wichtig. Aber statt nach Saalfeld ums Eck zu gehen, fahren die Leute eher nach Hamburg zum G20-Protest. Dabei ist das Alltägliche mindestens genauso wichtig wie das «Klassentreffen» in Hamburg." Das ist ein Zitat von Katharina König, die ein ganz fantastisches und spannendes Interview rund um die Antifa gegeben hat. Verflixt nochmal, ich ziehe meinen Hut vor solchen Menschen. In Hamburg kann man wirklich entspannten Wohlfühlantifaschismus pflegen. Aber man muss wachsam bleiben.

 Irgendwie muss ich das heute noch mit meinem Gewissen klarbekommen, dass ich nicht nach Köln gefahren bin, um gegen den Naziparteitag zu demonstrieren. Ich danke allen Menschen jetzt schonmal, doe da heute vermutlich ordentlich und großartig Rabbatz gemacht werden. 50.000 Menschen werden erwartet. Auf die Nachrichten und Berichte bin ich gespannt.

 Als Letztes erinnere ich noch in eigener Sache, dass ihr noch eine Woche Zeit für die Politisierungsaktion Beiträge zu posten und mir die Links zukommen zu lassen, falls ihr Lust habt. Ich habe schon einen ordentlichen Batzen zusammen und finde es großartig, wie viele zu verschiedensten Themen geschrieben und gewerkelt haben!


 Statt in Köln auf der Straße werde mich heute tatsächlich auf so einem Bloggendenevent rumtreiben. Jaja, Frau Jule verrät ihre Prinzipien, Werbung und so.... Aber ich wurde eingeladen, kann das vertreten und will auch "mal" ein bisschen Spaß haben. Ist wie bei einem Konzert auf der Gästeliste stehen. Ich freue mich wirklich sehr darauf und bin supergespannt auf die Leute dort. Open minded! Danach werde ich mir noch ein bisschen Roller Derby anschauen gehen. Für und wegen weil Hüftschwung und so. Wenn ich heute schon kein Pozileigerangel in Köln mitbekomme. Noch eine Runde bei Andrea vorbei und dann los! Habt es fabelhaft!

Freitag, 21. April 2017

Politisiert euch! Gastbeitrag von Frau Postriot

 Hui! heute gibt es einen Gastbeitrag zu meinem Politisierungsaufruf. Keine Geringere als Frau Postriot (!!!) hat in die Tasten gehauen. Die Bilder stammen heute auch von ihr. Ich freue mich so sehr darüber und dankedankedanke ihr. Vor allem, weil sie nochmal ein bisschen mehr Subkultur in die Sammlung mitbringt und eben nicht aus Bloggendensicht schreibt. Und weil sie selber eine so schöne Einleitung geschrieben hat, bleibt mir nicht viel mehr übrig, als ihr heute die Bühne zu überlassen. Vorhang auf:

Politisiert euch – oder warum DIY und Selbermachen auf jeden Fall politisch ist!

 Ich- Frau Postriot- habe keinen Blog- also kann Frau Jule mich auch nicht verlinken. Ich hab keinen Blog, weil ich das komisch finde, ständig zu überlegen, was ich von mir preisgeben will oder auch nicht, ich schreibe hin und wieder in analogen Magazinen und das reicht mir eigentlich. Aber bei dem Aufruf- liebe Frau Jule- konnte ich nicht anders… ran an die Tasten.


 Frau Postriot- damit fängts ja schon mal an... warum eigentlich „Nach den Aufständen“? Vielleicht ein bisschen Vorgeschichte. Ich hab das Glück von „Joy of Aging“ (danke liebe Frau Rösinger!), bin in einer Zeit aufgewachsen, als Subkultur noch Subkultur war und kein Modetrend bei Hannes und Mäuschen, das Problemchen war nur, Subkultur war irgendwie für Jungs. Klamottentechnisch ging es, wenn man Gruftie war, okay Punk ging über bunte Haare, aber viele Klamotten gab es irgendwie nur in XXL- vor allem Shirts. Wollte man also irgendein Erkennungszeichen mitmachen, z.B. cooles Shirt von cooler Band, musste frau sackartig rumlaufen oder es halt passender machen. Keine Kritik an allen Menschen, die gerne sackartiges tragen, ich mag es halt gerne anders und da ich keine „DIN-Normgröße“ habe, wie wahrscheinlich 95% aller Anderen auch nicht, saß ich früh mit Nadel und Faden da und machte es halt selbst für mich passend. Außerdem wollten wir uns ja auch abgrenzen und dass Beste war halt, man griff selber zur Handarbeitskiste von Oma, da fand sich alles um kreativ zu werden.

 Ich bin auch der festen Überzeugung, dass diese Kreativität sich nicht nur auf die Hände auswirkt, sondern ein bisschen Kreativität auch immer nach oben ins Hirn sickert. Apropos abgrenzen: ein echtes Highlight meiner Schulzeit war, dass ich auf dem Flohmarkt eine damals bei Poppern (das waren die, die wahnsinnig viel Geld für Klamotten ausgaben, um damit wahnsinnig zu protzen, für wie viel Kohle sie Klamotten tragen – ein Phänomen was bis heute bei mir nur zum Schmunzeln reicht) unglaublich angesagte Jeans für „ne kleine Mark“ ergattert hab, die Hose saß prima, ich sie also mitgenommen, das extragroße Schild von der Tasche abgemacht (es war noch eins an der Vorderseite – tsts) und einen wundervollen Aufnäher draufgepackt ;) Ergebnis: eine meiner Mitschülerin (Popperin) fragte mich ob ich den Verstand nun endgültig verloren hätte, ich kann doch dieses großartige Zeichen nicht von der Hose entfernen und mit so einem hässlichen Sticker versehen, das ist doch alles Politpropaganda! Ganz genau- das ist es, jeder konnte auf meinem Arsch erkennen, was ich von diesem Markenwahn hielt- nämlich nix!


 Und nun nochmal zurück zur Postriot- nach meiner Schulzeit beschäftigte ich mich außer mit dem Erlernen eines Handwerkes (was mir bis heute hilft, zu begreifen, was der Wert von Dingen ist- und wie lange man für die Herstellung von Schönem (und auch Nichtsoschönem) braucht) viel mit Musik. Ich organisierte Konzerte und versuchte auch Räume zu schaffen, wo alle einen schönen Abend haben konnten, ohne Rassimus und ohne Sexismus, aber halt auch für die, die nicht so viel Kohle hatten, weil das Einkommen sollte doch keine Eintrittskarte darstellen zu kulturellen Dingen.
 Zu der Zeit hab ich auch angefangen, selber Shirts zu bedrucken, solche die es auch in allen möglichen Größen gab, nicht nur in schwarz und XL, sondern eben auch in Bunt. Ich freue mich bis heute, wenn ich ein hübsches Shirt tragen kann, auf dem „Refugees welcome“ draufsteht.
 Zu der Zeit habe ich begonnen, Buttons selber zu machen. Kennt ihr noch, oder- die kleinen runden Anstecknadeln ;). Es gab zu der Zeit nicht so viele Möglichkeiten welche zu bekommen und so haben wir die selber gemacht. Was soll ich sagen, es war der Renner. Immer mehr befreundete Bands fragten, ob wir welche für sie machen und auch entwerfen, weil hübsche Buttons eben auch toll sind. Ich hatte also irgendwann mal ein kleines „Button-Imperium“. Das brauchte einen Namen- und daher Postriot. Zu dem Zeitpunkt hab ich auch viele Buttons mit konkreten Forderungen gemacht- Stopp Seximus zum Beispiel. Und ich hatte und hab bis heute die Idee, wenn wir diese Zeiten überwunden haben, wir uns also Postriot befinden, dann können wir uns nur noch mit den schönen Dingen beschäftigten und Buttons tragen, die nur noch hübsch sind. Gut, das mit dem Überwinden wird dauern und zur Zeit ist ja mehr Rückschritt als Fortschritt, aber trotzdem bleibt die Vision in meinem Augen die Richtige.

 Es gab und gibt noch einen weiteren Grund für diese selbsthergestellten Buttons- Stichwort Sichtbarmachen! Bis heute ist gerade in der Musik und Subkultur doch die männliche Dominanz mehr als sichtbar, gerade aber in den 90er Jahren gab es mit der RiotGrrrl Bewegung (und ich meine nicht das, was die Werbung daraus gemacht hat) eine ziemlich starke und tolle Frauenbewegung in Punk und Hardcore. Wir haben uns Buttons gemacht mit Bratmobile, LeTigre, Sleater Kinney und all den ganzen großartigen Bands, auch um diese Sichtbar zu machen. Man konnte mit Menschen an Plattenständen darüber ins Gespräch kommen und fragen, ob sie auch RiotGrrrl Platten haben und wenn nein, warum denn nicht, es wäre toll, wenn sie mal schauen ob sie das bekommen. So geht sichtbar machen und Aneignung ;)


  Bis heute mach ich viele meiner Buttons selbst und freu mich, dass ich Statements zeigen kann und auf Glitzer nicht verzichten muss, wenn ich gerade Lust drauf habe. Geblieben ist die Liebe zu der Musik allemal, ebenso die Leidenschaft sich für das „böse F-Wort“-Feminismus- einzusetzen und im Gespräch zu bleiben. Und so ist auch Nähen und Stricken für mich bis heute eine Möglichkeit ins Gespräch zu kommen, denn wenn Menschen fragen, was ich da Crazyes oder Schönes anhabe und ich sage, hab ich selbst gemacht, kann ich auch gleich immer entscheiden ob ich nicht noch einen Schritt weitergehen möchte und einen Schnack halten will über bescheuerte Körpervorstellungsgrößen in Modeketten, ausbeuterische Bedingungen bei der Herstellung von Kleidung, merkwürdigen „Geiz ist Geil“ Attitüden bei den ganzen selbstgemachten Dingen (kenn ich- kannste mal eben was tollen für mich nähen ….. ist ja dein Hobby- kost ja nix- Bullsit BINGO !!!!!!- Danke Frau Ringelmiez!) … Frau Jule- das wird hier viel zu lang … ich sag doch Bloggen und kurzhalten das ist nix für mich- aber vielleicht konnte ich dich ein bisschen supporten in der Frage, warum DIY und Selbermachen eben auch immer politisch ist und warum das auch richtig und gut so ist !!!


Frau Postriot

Donnerstag, 20. April 2017

Hexhex: Decke, unzufriedenstellend


 Es ist vollbracht, sie ist fertig: Meine Hexidecke. Wahnsinn! Letztes Jahr im Mai habe ich damit angefangen. Angefixt hatten mich Ivonne und Sabrina, die gefühlt ständig irgendeinen English Paper Piecing Krams unter den Fingern hatten.


 Tadaaaa!!! Als ich vergangenen Mai anfing, hatte ich Bilder aus Japan vor Augen. Kirschblüten, die in Flüssen vor sich hin trieben und verwirbelten. Wahlweise auch das Farbenspiel in einer Pfütze mit Öl. Irgendwie sowas hatte ich im Kopf, als ich dieses Bild malte. Ob ich es getroffen habe, sei mal so dahingestellt. Eigentlich wollte ich nur Stoffreste loswerden und was Neues ausprobieren. Da passte das ganz gut. Ich habe einfach freischnauze losgelegt. Die Vorlage für die Papierschablonen habe ich im Netz ausgedruckt und mit der Hand ausgeschnitten.


 Dem Stolz über das vollendete Großprojekt schwang ein bisschen viel ernüchtertes "Hm... und jetzt?" mit. Stück für Stück arbeitete ich mich vorwärts. Es hat Zeit gekostet. Ich habe nebenbei unzählige Dinge im Fernseher nebenbei laufen lassen, Podcasts und Hörbücher gehört. Aber irgendwie hat sich dieses beschwingte Gefühl am Ende eines langen Projektes nicht eingestellt. Vielleicht lag es an dem Politikbeiträgen hier und hier und den anschließenden Diskussionen hier und im echten Leben. Ich MUSS in Handarbeitsprojekten einen Mehrwert haben. Ich kann- zumindest im Moment- nichts machen, ohne mehr als die Handarbeit darin zu sehen, zu fühlen. Und das hier ist eine neue Decke... Davon habe ich schon welche... Ich brauche sie nicht. Ich habe das Gefühl vom Tun, um zu tun verloren. Handarbeiten, um der Handarbeit Willen, erfüllt mich im Moment nur bedingt. In einer Diskussion brachte ich das mal zum Ausdruck und erntete sowas in Richtung Mitleid.... PunktPunktPunkt.


 Es reicht nicht, dass hier Stoffreste, die oft alt und vom Trödel waren, verwertet sind. Es hilft nicht, dass sich innen ein eigentlich fabelhaftes Vlies aus Biobaumwolle befindet. Am Ende habe ich den Hexiteil zuerst mit einem Teil der Rückseite auf das Vlies gequiltet. Nur die blauen Wasserhexis. Mit Stopffüßchen, ganz wild. Dabei habe ich überlegt, wie ich es wohl einigemaßen plausibel erklärt bekomme, dass ich den Teufel tun werde und zum G20 Gipfel im Juli in Hamburg auf der Straße bleiben werde. Ich plane da im Urlaub zu sein. Mit dem Quilt schob ich mein schlechtes Gewissen unter der Maschine herum. Vielleicht klebt das da jetzt drin.


 Von hinten hat es fast etwas Naturwissenschaftliches. Moleküle! Das fand ich trotz allem doch etwas witzig.


 Leider war das Vlies nicht sonderlich stabil und hat gefusselt wie ungescheit. Die Hölle! Teiloffen quilten mache ich nie wieder. Den Rahmen habe ich erst am Schluss drumherum improvisiert. 
  

  Dass ich gerne einen Rahmen drunherum haben wollte war klar. Als der Topteil mit den Hexis fertig war, überlegte ich, welche Stoffe ich dazu kombiniere und wie das Quilting aussehen soll. Rahmen und Mittelteil der Rückseite sind tatsächlich beides der gleiche Stoff. Die Holzwurmmutter hatte mir vor kurzem 6m fliederfarbenen Stoff geschenkt. Perfekt! Aber ganz in Flieder war mir dann doch zu rüschig. Darum wurde ein Teil nochmal blau gefärbt. So passte es doch ganz gut. Gegen die Fusseln habe ich vorm finalen Waschgang angesaugt und gepuhlt.


 So richtig Kirschblütig sind die Farben am Ende nicht geworden. Zu einer Stadtfrau wie mir passen Ölschlieren vielleicht auch besser. Ölschlieren in Pfützen sind zwar auch schön, aber eher nicht so abfeierungswürdig. Vielleicht finden wir noch zusammen, die unpolitische Ölschlierendecke und ich. Wie gut, dass hier schon ein paar andere Projekte fertig wurden, die sowohl meine Hände als auch meinen Geist zufrieden gestellt haben. Ab damit in die Donnerstagssammlung.

Dienstag, 18. April 2017

Ein Tabakbeutel für den Musikus


 Ganz unscheinbar von Außen. Doch auf die inneren Werte kommt es an. Letzte Woche hatte ich von meiner Begegnung mit dem Musikus berichtet. Diese Woche zeige ich einen neuen Tabakbeutel.


 Meine eigenen Tabakbeutel haben mich beim Nähen immer in den Wahnsinn getrieben. Die fehlende Erleuchtung hatte ich dann nach einem Beitrag von Janina. Einen Fehler musste ich zwar noch machen, aber jetzt kann ich Tabakbeutel ohne Ende nähen. 


 Das Fach für Filter und Blättchen habe ich wie bei meinen früheren Beuteln nach unten gelegt. So schüttet man die Filter nicht aus Versehen aus, wenn man vergisst, den Reißverschluss zuzuziehen. Meine Erfahrung.


 Jetzt hoffe ich nur noch, dass der Musikus bald wieder bei mir an der Ecke musiziert. Dann landet dieses Schätzchen in seinem Gitarrenkoffer. Ich hätte ihm das gute Stück auch befüllt, aber ich habe mir bei unserer Begegnung seine Tabakmarke nicht gemerkt... Da der Musikus zumindest mich auf astreinem Englisch ansprach, lag die Vermutung nahe, dass er nicht aus Hamburg stammte. die Anker sind da vielleicht ganz passend als Erinnerung oder so. Heute in der Dienstagssammlung.

Sonntag, 16. April 2017

7 Sachen # 14. 17

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe


1. Geputzt: Die Zähne. Wichtig. Ich mag ja diese Fliesen, die der Fussel im Bad hat. Ansonsten finde ich Motivfliesen ja eher gruselig, aber diese hier sind toll.


2. Gefahren: U-Bahn. Das erwähne ich nur, weil das heute so gut passte. Hier fährt übrigens auch die Bahn nach Mümmelmannsberg. Wobei der Name dieses Viertels wohl das einzig Niedliche daran ist.


3. Gedreht: Das mindestens 20 Jahre alte, gelittene Küchenradio an. Es gibt in Hamburg ungefähr 1,5 Sender, die man gut hören kann. Auf dem Besten lief die Wiederholung einer Sendung, bei der Michel Abdollahi zu Gast war. Ganz großartig!


4. Gespült: Damit ich der Sendung lauschen konnte. Mein gestriger Trödelkracherfund. Eigentlich wollte ich nur die Teller, die konnte ich aber nicht alleine bekommen. Alles zusammen war aber immer noch ein echter Schnapper. Alles was nicht gebraucht wird, landet erstmal auf dem Dachboden.... Die passende Kuchenplatte habe ich schon vor Jahren günstig auf dem Trödel erstanden.


5. Geschreddert: Erst Mandeln, dann Karotten für den Kuchen. Voll sonntäglich. In der alten, geerbten Moulinette, die wirklich alles zuverlässig klein bekommt.


6. Gespult: Und eingefädelt. Ein bisschen musste ich heute noch an die Maschine.


7. Gepuhlt: Butterbrotpapier ab. Keine Krabben. Ich werde jetzt noch ein bisschen weiterwerkeln. Nächste Woche starte ich mit einem neuen Großprojekt. Yay! Habt einen feinen Restsonntag und einen entspannten freien (!!!) Montag.

Samstag, 15. April 2017

Samstagstee und Netzfunde # 11


 Guten Tag, heute gibt es Tee. Den Kaffee habe ich geradezu weggeatmet. So schnell konnte die Kamera nicht schießen. Die Woche war unspektakulär. Aber ein paar Funde gibt es, die meine Hirnwindungen ein wenig durchgepustet haben:

 Die Vorbereitungen zum G20-Gipfel in Hamburg laufen auf allen Seiten bereits auf vollen Touren. Das wird mit sicherlich sehr gruselig. Passend dazu gab es auf SpOn diese Woche einen Bericht zur Entschädigung für die Opfer der Proteste 2001 in Genua. Erschütternd die weiteren Maßnahmen, die aus den Erfahrungen dieses Gipfels gezogen wurden. Unter anderem: "die "Ordnungskräfte" sollen durch Schulungen lernen, die Menschenrechte zu respektieren" (Zitat ebd.). Menschenrechte? Huh! Die Hamburger Pozilei schließt ja seit Beginn der Planungen nicht aus, dass es Tote in Hamburg geben könnte. Die Frage ist warum sie davon ausgehen. Wegen Anschlägen in der Stadt oder "notwendigem" Eingreifen der Ordnungskräfte? Nein, ich habe keine Vorurteile..... *hust*

 Apropos Punkers: Liebe Punkers, räumt auf, damit ihr euch im Juli den Trip nach Hamburg leisten könnt. Hihihi! 

 Vergangenen Samstag war ich mit Herrn Fussel im Museum für Kunst und Gewerbe. Vornehmlich wegen der Ausstellung "Game Masters" in der es hauptsächlich im Computerspiele ging. Unter anderem konnte ich dort genau die Beobachtungen machen, die vergangene Woche bei innenAnsicht zum Thema Körper-/Geschlechtsstereotypen in der digitalen Spielwelt gemacht wurden. Ein paar Ausreißer gab es natürlich. Ich war ja nie für digitalen Spielkram. Allerdings kann man bei den Würfelrollenspielen- vor allem in den Handbüchern- ähnliche Beobachtungen tätigen. Wobei ich selbst bei Earth Dawn und dem schwarzen Auge immer mein eigenes Ding gemacht habe...

 Spätestens seit ich mich im Studium mit Geschlechtskonstruktivismus in Schule und Sexualerziehung von geistig behinderten Menschen beschäftigt habe, sauge ich alles zu dem Thema auf. Der aktuelle Podcast bei Kleinerdrei hat mir diese Woche dann erzählt, dass es da immer noch Nachholbedarf im Sinne von unaufgeregt über Sexualität sprechen gibt. Denn: "Sexuelle Bildung ist wichtig,weil alle mehr über Sexualität wissen Sollten. Genauso wie über Politik und "Kochen." (Zitat ebd.) Ich geh dann mal kochen lernen....

 Wo wir gerade beim Kochen wären. Denkt am Wochenende auch mal an die Eierproduzentinnen. Ich halte das ja fast wie TOOL (nur die Butter wird ersetzt durch Margarine)

 Mildere Musik, zumindest musikalisch, gab es auch. MODDI hat ein neues Video zu einem Song von seinem Album "Unsongs" veröffentlicht. "Army Dreamers" -im Original von KATE BUSH- ist sicherlich einer meiner Lieblingssongs von diesem grandiosen Album. Warum das alles so großartig ist, habe ich schon öfter erwähnt, z.B. hier. Wer es noch mehr wissen möchte, kann hier dazulernen.


 Damit noch später schnell rüber zu Andrea und mir bleibt nur zu wünschen: Frohe Ostern und dicke Eier! Lieber die eigenen, als die vom Tier.

Freitag, 14. April 2017

Bummeln durch Göteborg #2


Was bisher geschah:

 Hundeparkplatz und Löwen mit Brüsten. Wenn der Tag so beginnt, dann hat man die Augen ganz weit offen. Und es war der letzte Tag der Reise. Heute einfach nur nochmal ein paar Schnappschüsse aus dieser fabelhaften Stadt bei Trübetassenwetter.









 "[...], man muss viele Male sterben, bevor man leben kann...." Songtext vom Håkan Hellström an der Wand.







 Abends ging es dann in einer zauberhaften Luxuskabine mit extrabreitem Bett und Fenster zurück nach Kiel. Die Nordlichtvorhersage war großartig, auf See sah man allerdings nur Wolken am Himmel. Das war die letzte Chance für diese Reise. Vielleicht im nächsten Winter wieder. Wünschen würde ich es mir. Schweden: Es war wunderbar! Auf bald!